Testen und Forschen
Technikbasierte Gewalt im sozialen Nahraum umfasst ein breites Spektrum von Angriffsmethoden. Typischerweise ist die angreifende Person der betroffenen Person persönlich bekannt.
Häufig verfügt sie über detaillierte persönliche Informationen und hatte oder hat physischen Zugriff auf Geräte, Accounts und die digitale Infrastruktur der betroffenen Person. Das ermöglicht Angriffe, die sich wesentlich von klassischen Cyber-Angriffen unterscheiden.
In herkömmlichen IT-Sicherheits- und Risiko-Assessments wird diese besondere Form technikbasierter Gewalt kaum berücksichtigt. Es fehlt an einer etablierten Systematik, mit der die besonderen Angriffsvektoren, Voraussetzungen und Risiken digitaler Gewalt im sozialen Nahraum strukturiert erfasst und bewertet werden.
Wissenslücken schließen
In der IT-Sicherheitsausbildung ist dieses Szenario bislang kaum verankert. Entsprechend existiert weder ein etabliertes Ausbildungskonzept noch ein standardisiertes Methoden- und Anforderungsset für die praktische Analyse und Absicherung.
„Ein Team gegen digitale Gewalt“ arbeitet seit 2022 daran, die Lücke systematisch zu schließen. In unserem Techniklabor entwickeln wir kontinuierlich belastbare Methoden- und Anforderungssets für die Analyse, Absicherung und fachliche Ausbildung.
Methoden analysieren
Wir untersuchen strukturiert mögliche Angriffsmethoden, die sich durch technische Neuerungen ergeben und von denen uns Betroffene und Fachkräfte berichten. Jede Methode wird hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Schwere analysiert.
Dabei erfassen wir auch technische Voraussetzungen und dokumentieren Hinweise auf einen Angriff. Wir beobachten den Technikmarkt kontinuierlich und analysieren frühzeitig, ob der Gebrauch von Diensten oder Geräten für Gewaltbetroffene Risiken birgt. Aus den Ergebnissen leiten wir praktische Empfehlungen ab.
Praxistauglichkeit sicherstellen
Sämtliche von uns empfohlenen Werkzeuge und Methoden zur Absicherung von Diensten und Geräten testen wir auf Wirksamkeit und Reproduzierbarkeit. Alle Handlungsempfehlungen werden in Zusammenarbeit mit Fachkräften aus dem Gewaltschutz fachlich bewertet und darauf überprüft, ob sie unter den realen Bedingungen für Betroffene umsetzbar, angemessen und sicher sind.